Konstruktionsprojekt (B-MFT)
In diesem Seminar wird anhand einer Aufgabe aus der Praxis das eigenständige, methodische Entwickeln eines Produktes geübt. Der Entwicklungsprozess gliedert sich demnach in die
Projektphasen „Planen (Phase I)“ , „Konzipieren (Phase II“) und „Entwerfen / Ausarbeiten (Phase III)“:
Planen:
In der Planungsphase geht es darum, sich um die prinzipiellen Ziele des Projektes klarzuwerden. Eine wichtige Phase, da Sie in der Regel in der Praxis mit Ihrem Auftraggeber hier detailliert festhalten, was im Rahmen des Auftrages von Ihnen durchgeführt und von Ihrem Produkt erfüllt werden muß.
Als Werkzeuge werden hier die Marktrecherche und Patentanalyse eingesetzt.
Bei der Marktrecherche (auch „Benchmarkanalyse“) werden bereits erhältliche Produkte kostenmäßig verglichen, nach technischen Kriterien analysiert und ggf. in Einzelteile zerlegt.
Ergänzend kann auch eine Patentrecherche weiterhelfen, um sich vor Beginn der Konzeptauswahl Klarheit über eventuelle geschützte Lösungen zu verschaffen.
Das Erarbeiten dieser „Anforderungsliste“ und das anschließende erstellen eines „Personal-Zeit-Planes“ sind entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Projektes.
Konzipieren:
In der Konzeptphase beginnt man damit, dass man die Gesamtfunktion in kleinere Teilfunktionen zerlegt („Divide et Impera“).
Der Zusammenhang der Teilaufgaben wird üblicherweise in einem Blockschaltbild oder Baumdiagramm dargestellt.
Für jede Teilfunktion sind verschiedene Varianten (Lösungselemente) der Umsetzung möglich.
Eine Kombination verschiedener Varianten ergibt als Gesamtsystem ein Konzept.
Um die Vielzahl an theoretisch möglichen Lösungskombinationen (Konzepte) in eine übersichtlichere Form zu bringen, bedient man sich des "Morphologischen Kasten's"
Technisch interessante Konzepte sollten einer Technisch / Wirtschaftlichen Bewertung unterzogen und im „Stärkediagramm“ dargestellt werden.
Am Ende der Konzeptphase steht die Entscheidung für ein Konzept. Ob man sich für das technische beste aber teuerste Konzepte, und für ein günstigeres und technisch schlechteres Konzept entscheidet, ist letztlich ein Frage der Unternehmensphilosophie.
Entwerfen / Ausarbeiten:
In der Entwurfs und Ausarbeitungsphase zählt klassische Ingenieurskunst.
Hier werden Lösungen so konstruiert, dass sie einschlägigen Gestaltungsrichtlinien und der projektspezifischen Anforderungsliste gerecht werden.
Alle an der Georg-Simon-Ohm Hochschule erworbenen Fähigkeiten (CAD-Konstruktion, Auslegung, Berechnung, Erstellung einer Einzelteil- und Baugruppenzeichnung…) werden verlangt.
Abschließend ist eine kritische Würdigung der eigenen Arbeit erforderlich – in der Regel ein Vergleich des erreichten mit den Lastenheftforderungen.
Ist ein Punkt der Anforderungsliste noch fraglich und nicht klar erfüllt, so sollte ausdrücklich darauf hingewiesen werden.
empfohlene Literatur ergänzend zur Vorlesung: